Endlich Herbst

 

 

 

endlich die Schaufeln wegräumen

 

die Erde unter den Fingernägeln verabschieden

 

hören wie der erste Frost an die Fenster klopft und

 

durch die Nasenflügel der Sehnsucht atmet

 

 

 

endlich loslassen was Arbeit und Mühe war

 

und ganz lange auf dem Sofa sitzen und

 

in den Herbsthimmel sehen

 

 

 

endlich wieder in aller Ruhe die Seele

 

streicheln können

 

 

 

 

 

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

 

 

 

Ich wünsche dir

 

 

 

Ich wünsche dir,

 

dass du es laut singen und sagen kannst:

 

Was für ein wunderschöner Morgen!

 

 

 

Ich wünsche dir,

 

dass es dir geschenkt ist,

 

dich vor der Höhe des Tages zu verneigen.

 

 

 

Ich wünsche dir,

 

dass du einen Abend triffst, dessen Worte

 

dich zärtlich in die Arme nehmen.

 

 

 

Ich wünsche dir,

 

einen großen Tag der kleinen Wunder.

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

 

   

  

Große Kleinigkeiten

 

verändern das Leben

 

 

 

Vielleicht bist du

 

ein halbes Leben lang,

 

mit dem linken Fuß zuerst

 

aufgestanden,

 

nimm den rechten.

 

 

 

 

Es kann sein, dass du

 

deinen Kaffee immer mit

 

Zucker getrunken hast,

 

lass ihn mal weg.

 

Oder aber, du bist

 

seither ans Meer gefahren,

 

was spricht gegen

 

die Besteigung eines Berges?

 

Und die vielen schwarzen Pullover

 

könnten auch mal grün

 

und rot werden.

 

 

 

Hör nicht damit auf

 

Neues zu beginnen…

 

 

 

Juni 2019

 

Cornelia Elke Schray

 

 

Aus der Seele gesprochen

 

Eines Tages wachst du auf,
und es ist an der Zeit,
die alten Pfade,
die jahrzehntelangen Kränkungen,
den Zorn über den dir
angetanen Zynismus,
die ganzen Lieblosigkeiten
und Unachtsamkeiten
hinter dir zu lassen.
Einfach so. Sofort.

 

 

 

Du stehst auf und spürst,
etwas in dir ist gegangen,
hat sich von Menschen verabschiedet,
die dich vergiften und quälen und
kann anfangen mit dem Aufgeben
aufzuhören.

 

 

 

Du gehst ein paar Schritte
und weißt:

 

 

 

Du wirst sogar noch
fliegen lernen.

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

 

 

 

Was ich noch sagen wollte

 

 

 

Bewahre dir beim Rückblick,

 

Barmherzigkeit und Milde,

 

mit allem, was war.

 

 

 

Bitte beim Einblick,

 

um Weisheit und Liebe,

 

für das, was ist.

 

 

 

                                                                                                                    Trau dich beim Ausblick

 

                                                                                                                     Mut und Hoffnung zu haben,

 

                                                                                                                     für das, was kommt.

 

 

 

 

 

 

 

Januar 2019

Cornelia Elke Schray

 

Segen den Menschen

 

 

 

Stille den Ruhelosen

 

sie finden Frieden

 

 

 

Halt den Traurigen

 

sie dürfen Licht sehen

 

 

 

Geborgenheit den Ängstlichen

 

sie kommen nach Hause

 

 

 

Trost den Weinenden

 

sie erben das Land

 

 

 

Stärke den Schwachen

 

sie spüren ihre Flügel

 

 

 

Rettung den Gebrochenen

 

sie empfangen das Heil

 

 

 

Segen den Menschen

 

sie sind aus Liebe

 

 

 

 

Cornelia Elke Schray (alle Rechte bei mir)

 

 Minä kaipaan Suomi 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Glück umarmt

 

 

 

Dass die Sehnsucht

 

dir deine Augen öffnet

 

wie das Leben

 

die Knospen im Frühling

 

 

 

dass das Glück

 

dich innig umarmt

 

wie die Wärme

 

das Land im Sommer

 

 

 

dass das Licht

 

in deine müde Seele dringt

 

wie die Sonne

 

durch den Nebel im Herbst

 

 

 

dass die Hoffnung

 

dein Herz tanzen lässt

 

wie der Wind

 

die Schneeflocken im Winter

 

 

 

wünsche ich dir

 

 

 

 

 

Oktober 2018

 

Cornelia Elke Schray

 

 

 

 

Danke

 

 

 

Danke für das täglich Brot am Morgen,

 

danke für den Tanz der Sterne in der Nacht.

 

 

 

Danke dafür, dass ich heute ohne große Sorgen,

 

einfach sehen kann, wie mir der Himmel lacht.

 

 

 

Danke für das Blinzeln und Begleiten meines Engels,

 

danke für die Hoffnung, diese wunderbare Macht.

 

 

 

Danke dafür, dass ich wohl auch morgen, atmen darf,

 

mit dem, der mich so zart durchdacht.

 

 

 

Danke für dies Flüstern tief in meiner Seele.

 

Danke für die Kraft, gewebt aus Raum und Zeit.

 

 

 

Danke dafür, dass ich da bin.

 

Du machst meine Augenblicke reich und weit.

 

 

 

Danke, für dies kleine, gute, schmale Wort,

 

mit ihm fängst du die Erdenschwere ein und trägst sie fort.

 

 

 

Mai 2018

 

Cornelia Elke Schray

 

 

 

Ab sofort beim unter www.verlag-am-eschbach.de oder in jeder Buchhandlung

 

ISBN: 978-3-86917-656-7

 

Mein neues Buchkind und ich bin eine echt stolze Autorenmama:

 

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

 

Antoine de St-Exupery in Der kleine Prinz

  

Wer hat schon sechs Katzen? Wir. Sie sind jetzt bei uns zuhause.

 

Nele kam 2012, von einem Bauernhof gerettet, Findus und Merle  2014 über die Samtpfoten- Katzenhilfe Ries. Und 2017 im Herbst purzelten uns Lisa, Laura und Lena ins Haus. Vier Monate alt, unterernährt, ängstlich, winzig, halbverhungert, zurückgelassen, ungewollt. Sie sollten vermittelt werden, aber am Telefon kamen stets Fragen wie: Sind die wirklich schwarz? Sind das wirklich Weibchen? Wir schafften es nicht, jemanden mit diesen Überlegungen zu einer Aufnahme zu überreden, zu wertvoll, zu kostbar diese kleinen dankbaren Geschöpfe, die zwar scheu, schon bald auf dem Arm ganz leise schnurrten, als wollten sie etwas sagen.

 

Die Monate vergingen, der Winter war vorbei. Was tun? Sie brauchten doch ein Zuhause. Wir rechneten, dachten nach, beobachteten, verliebten uns. Dann der Entschluss, der Versuch. Könnten die sechs ein Rudel werden? Drei große und drei wohl für immer körperlich klein bleibende. Fünf davon pechschwarz und damit irgendwie benachteiligt…Liebe geht durch den Magen. Wir kauften Leckerlis und Berge von Knabberröllchen und brachten alle nach und nach zusammen.  Zuerst unseren riesigen Kater, der sofort zum Vater für die drei Schwestern wurde, dann die beiden Katzen. Mit viel Geduld und für jede mit der Möglichkeit einen Platz im Haus auch wirklich allein zu haben. Wir fragten uns: Wenn wir Katze wären, was würde uns beim Zusammentreffen mit drei Kleinen, die in unser Revier wollen, helfen? Und: Was braucht es, damit kleine Katzen begreifen, dass da schon welche da sind, die sie mögen sollen?

 

Und es gelang wie im Traum. An dem Tag, an dem wir beschlossen allen ein Zuhause auf Lebenszeit zu geben, wurden wie durch ein kleines Wunder alle noch ein ganzes Stück zutraulicher. Als hätten sie es begriffen. Nie wieder hungernd. Nie wieder ohne warmen Platz in Bett und auf dem Sofa. Nie wieder ohne Versorgung. Katzen sind so unglaublich klug und intuitiv.

Wir werden es schaffen und das Glück wird immer größer sein als die Arbeit.

 

Es schien uns unmöglich, wir dachten, es ist verrückt. Wir waren der Überzeugung, es gäbe keine Chance. Aber am Ende wurde es Liebe und glückte.

 

 Momentaufnahme mit Katze

 

 

 

ruhig und weise schaut sie ins Nichts

 

hellwach erkenne ich auf einmal alles

 

 

 

das lässt tief blicken

 

C. E. Schray

 

 

Predigt 13.05.2018 in Oggenhausen

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

vor ein paar Wochen war es wieder soweit. Scheinbar über Nacht begann das Gras zu wachsen und  die Knospen der Bäume wurden immer größer, bis sie ihre Hüllen abstreiften. Auf den Wiesen wuchs ein goldgelber Schimmer. Unter dem blauen Himmel und ohne Winterstiefel war das Lachen wieder leichter, heller, fröhlicher. „Ging das dieses Jahr nicht besonders schnell?“, fragte mich mein Mann auf einer Autofahrt nach Stuttgart beim Anblick der Weinberge im Remstal. Man vergisst irgendwie im Winter immer, wie beeindruckend dieses Wunder ist, doch plötzlich blühen die Blumen.

 

Alles neu, macht der Mai. So heißt es in einem Lied. Okay, das ist ziemlich übertrieben, denn vieles ist noch so wie vorher, steht am alten Platz, macht die alten Probleme, aber es lebt sich halt leichter, wenn die Sonne scheint und die Grünkraft in die Augen dringt. Wir Menschen haben eine unstillbare Sehnsucht nach Neuem. Und das nicht nur im Frühling.

 

Was gibt es Neues? Eine oft gestellte Frage. Wir suchen neue Impulse, neue Mitarbeiter, eine neue Regierung, die neue Impulse geben, Ein neues Kleid, das die alten Defizite vielleicht besser kaschiert. Manchmal aber ist das Neue ziemlich schnell schal und in der neuen Regierung sitzt nur das alte Elend. Ist neu vielleicht kurzlebig? Was ist wirklich neu?

 

 

 

Neu ist, was Gott schafft. Davon berichtet unser Predigttext aus Jeremia 31:

 

Lesen

 

Was Gott hier schenkt und schafft, ist wirklich neu. Es ist:

 

Ein neuer Bund, ein neuer Weg, eine neue Zeit.

 

Was ist mit Bund gemeint?

 

Der Begriff ist uns geläufig. Es gibt eine Bundesrepublik, mit Bundesrat, Bundestag, Bundesländern. Dazu den Bund fürs Leben, die Ehe. Und nicht zu vergessen: Die Bundesliga. Die NATO ist ein Bündnis, und so weiter…Immer geht es um Zusammenschlüsse auf Augenhöhe. So ist das auf der Welt.

 

Wenn Gott einen Bund mit den Menschen schließt, ist das völlig anders. Dabei geht es um krasse Größenunterschiede. Hier der Schöpfer, da das Geschöpf. Da die Ewigkeit, daneben das Vergängliche. Und doch: Wie der Vater, die Mutter ihr Kind an der Hand nehmen und führen, so hat es Gott mit seinem Volk gemacht.

 

Er hat es aus der Sklaverei in Ägypten geführt. Der große Gott hat sich seiner geschundenen Menschen erbarmt. Der Ewige schließt einen Bund mit dem Nomadenvolk. Ohne Land, ohne festen Wohnsitz.

 

Ihr sollt mein Volk sein, und ich will Euer Gott sein. Ich frage mich, was passieren würde, stünde das morgen als Überschrift dick in der Bildzeitung.

 

Ihr sollt mein Volk sein, und ich will Euer Gott sein.

 

Das ist schön, das ist unfassbar gut.

 

Und dieser Gott erwartet nun nur eines von seinem Volk. Treue. Treue kennt Ausschließlichkeit.

 

Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. So das erste der zehn Gebote.

 

Aber das klappt nicht. Gott stellt in Jeremia 2 fest: Mich die lebendige Quelle verlassen sie und machen sich Zisternen die rissig sind und kein Wasser geben.

 

Allen möglichen Glücksversprechen, Modegöttern, Zeitgeisterscheinungen rennen Menschen halt nach. Damals wie heute. Gott aber startet so etwas wie einen Rückruf durch seine Propheten.

 

Er ist doch ihr, er ist doch unser Gott. Es hat keinen Wert, Ihm die kalte Schulter zu zeigen, und sich andere Bündnispartner zu suchen.

 

Doch der Bund war wie ein fauler Apfel, ein hohler Stamm, ein zerbrochener Krug geworden. Wie hatte alles so hoffnungsvoll begonnen, wie hoffnungslos kann Leben, können Bündnisse doch zerrinnen.

 

„Schluss“. „Aus“. „Ich will nicht mehr“. Scheidung sofort. So das Credo bei zerbrochenen Beziehungen. Gott aber sagt:

 

Ich will einen neuen Bund schließen.

 

Das ist atemberaubend. Menschenunmöglich. Wo nichts ist, ist nichts zu holen. Oder?

 

Und Gott sagt: Ich will. Siehe ich mache alles neu.

 

Zum Vergeben ist er da. Habe ich mal einen Spötter sagen hören. Mit so einer Einstellung wird Gott zum berechenbaren Langweiler gemacht, den kein Mensch ernst nehmen muss.

 

Aber das ist viel zu billig. Wir müssen uns hüten vor solch billigen Gottesbildern, die nichts wert sind. Gegen solch menschliche Vorstellungen hilft ein Blick in die Geschichte:

 

Sie ist voll von Beispielen, wie innig Gott um sein Volk ringt, immer wieder neu anfängt, die Katastrophe, die Not zum Guten wendet. Leben mitten im Untergang.

 

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

 

Zu Recht ein so beliebter Vers für Bündnisfälle wie Taufen und Konfirmationen.

 

Wie aber gelangen wir auf diesen neuen Weg?

 

Ich erlaube mir die Frage: Was geschieht denn, wenn alles Rufen und Bitten nichts hilft? Wenn der Mensch Gott eben nicht beachtet und Gottes Gebote in den Wind schreibt?

 

Bei Jeremia können wir nachlesen, wie der Karren des Lebens immer schnell den Berg herunter rast, dem Zerfall entgegen.

 

Gottes Stoppschild wird in dem Fall zu einer Revolution.

 

Gott schafft das Herz des Menschen neu. Schon der erste Weg und Bund, sie waren gut, aber der Mensch ist daran gescheitert. Und weil Gott Gott ist und den Überblick hat, verändert er seine Geschöpfe. Uns.

 

Und das nicht an der äußeren Hülle, nein. Mitten im Herz. Im kleinen Prinzen heißt es so wunderbar: Hier ist mein Geheimnis. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Da setzt Gott an. Die Steintafeln aus der Wüstenwanderung des Volkes Israel haben, so könnte man vorsichtig sagen, ausgedient.

 

 Die Worte Gottes werden künftig liebevoll und zärtlich ins Herz eingraviert. Da sitzt nach biblischem Verständnis der Wille.  Das ist ein Unterschied zum menschlichen Denken. Wir halten den Kopf für den Ort des Willens und ordnen dem Herz die Gefühle zu.

 

Du sollst. Sagt das Gesetz. Ich will. Sagt das von Gott verwandelte Herz. Liebe und Leben geschehen nun von innen heraus, von Herzen. Gott tut damit täglich neu ein Wunder durch seinen Geist, mit dem er die Welt erschaffen hat.

 

Der Mai macht vieles neu. Gott macht alles neu.

 

Das ist Kraft, Aufwind unter den Flügeln der Seele. Gottes verwandelnde Kraft, die mit allen menschlichen Bemühungen nicht zu erreichen ist. Ein Gleitschirmflieger ohne Wind, er könnte sich die Beine in den Bauch rennen und bliebe am Boden. Er würde sich erschöpfen. Gott schafft ein neues Herz, schenkt Aufwind fürs Leben.

 

Aber wir bleiben als Menschen nicht immer oben.

 

Es gibt Flauten. Ungute, unheilvolle Strömungen im Innern. Wir schweben nicht auf Dauer im blauen Himmel, wir müssen irgendwie wie Luther sagte, jeden Tag durch unsere Taufe durch, die Erneuerung packen und in Liebe festhalten. 

 

   Denn wir fallen auf die Nase, unser Mund sagt manchmal Dinge zu andern, die keiner gebraucht hätte und niemand hören will.

 

Aber Gottes Geist ist da. Der Atem Gottes, getragen vom Wesen der Ewigkeit, ist befreiend, ist lebensspendend, ist eine Wohltat in den Wüsten unserer Leben.

 

Nichts kann uns mehr, stärker verändern. Wir dürfen die Sandsäcke des Alltags loslassen und es üben, auf Gott zu sehen, uns seiner großen Kraft überlassen.

 

Gott verändert uns, Er ist der neue Weg.

 

In einer neuen Zeit:

 

Siehe, es kommt die Zeit. So wird es gleich zu Beginn des Textes angekündigt. Jeremia befand sich im Niemandsland der Geschichte, der alte Bund zerbrochen, der neue noch weit weg. Das Nordreich seit 150 Jahren weg, das Südreich Juda am Abgrund. Jeremia leidet unter der Last seines Auftrages.

 

Für uns ist die neue Zeit da.

 

Als die Zeit erfüllt wurde, sandte Gott seinen Sohn, steht in Galater 4.

 

Gott wartet nicht auf bessere Zeiten. Er handelt. Er kündigt die neuen Zeiten an, auch durch Jeremia. Er redet mitten in der alten Zeit mit den alten harten Herzen.

 

Mit Jesus, Gott und Mensch zugleich, beginnt die neue Zeit. Er gibt sich hin.

 

„Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wurde.“, sagt er beim Abendmahl.

 

Der neue Bund, die neue Zeit ist erfüllt in ihm, so glauben wir als Christen.

 

Die alten Einträge sind gelöscht.

 

Der Winter der harten Herzen ist vergessen. Das Leben treibt aus. Vergeben und vergessen sind bei Gott dasselbe. Es sind keine alten Rechnungen mehr offen.

 

Wir neigen dazu, alles abzuspeichern, wenn nicht bewusst, dann unbewusst. Im Verborgenen wuchert manchmal was nicht im Licht Gottes bedacht war.

 

Gott? Vergibt und vergisst. Er gedenkt der Schulden nicht mehr, er tilgt sie aus dem Zeit und Raum der Ewigkeit. Zu dieser heiligen Vergesslichkeit verpflichtet er sich im neuen Bund:

 

Ich will ihnen ihre Missetaten vergeben, und ihrer Sünden nimmermehr gedenken.

 

Die neue Zeit, das ist neues Leben, neuer Umgang miteinander.

 

Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: Erkenne den Herrn. Sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß.

 

Erkennen und Lieben gehören zusammen, sind in der Bibel oft eins. Die Liebe ist die tiefste Weise, mit Gott verbunden zu leben.

 

Wenn zwei Menschen sich lieben, brauchen sie keine Belehrung mehr darüber, was sie einander zu liebe tun könnten. Dann erfüllen sie viel mehr als ihre Pflicht. Liebe und tu, was du willst.

 

 So bringt es der Kirchenvater Augustinus auf den Punkt. Mit einem neuen Herzen sehen lernen, kann Mensch voller Freiheit lieben.

 

Wo Liebe ist, ist Gott. Gott ist Liebe.

 

Liebe ist ein gutes Stichwort auch zum heutigen Muttertag. Machen wir doch jeden Tag zu einem Menschentag, an dem Liebe ist, weniger nicht. Einmal im Jahr achtsam zu sein…wird Menschen nicht gerecht.

 

Wo Liebe ist, ist Gott.

 

Nicht alles auf der Welt wird durch diese Erkenntnis, durch dieses Wunder von heute auf morgen neu. Auch nicht im Mai.

 

Die neue Zeit mit Jesus ist angebrochen, aber nicht vollendet. Wir sind unterwegs auf einer gebrochenen Erde. Wir haben es nötig, einander zu helfen, zu ermutigen, zu begleiten. Wir sind noch nicht daheim, sagt Luther, aber auf dem Weg. Oder wie ich es zu Himmelfahrt in der Zeitung gelesen habe: Als Jesus nach Hause ging, ließ er die Eingangstür offen stehen.

 

Wir leben in diesem neuen Bund, in dem Gott das neue Herz schafft. Die neue Zeit hat begonnen, beginnt und schreitet täglich in uns voran. Wir warten, das Gott vollendet, was wir jetzt in Bruchstücken sehen, erleben und leben dürfen.

 

Und wir bitten am Sonntag vor Pfingsten mit kräftiger und unerschrockener Stimme:

 

Komm, Heiliger Geist.

 

Amen.

 

 

 

An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit....

                                             Konfirmation in Kleinaspach

 

Predigt 15.April 2018, 10.30 Uhr in Nattheim

 

Miserikordias Domini,

 

2. Sonntag nach Ostern

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

als wir 2006 mit unseren vier Kindern unseren Umzug vom Nordschwarzwald aufs Härtsfeld vorbereiteten und dann im August umzogen, waren wir mit den wachen Augen von Menschen unterwegs, die neues Land erobern.

 

Die Weite der Landschaft, der hohe helle Himmel, gefielen uns. Die vielen Kruzifixe an Wegkreuzungen und Aussichtspunkten sorgten bei unserem Nachwuchs für Gesprächsstoff. Die Sprache der meisten Einheimischen verstanden wir tatsächlich zu Beginn mehr schlecht als recht und fühlten uns allein.

 

Fragen, Ängste und der Schmerz des Loslassens umgaben mich als Mutter, als eine Hirtin unserer Kinderschar. Nicht verwunderlich, dass mich deshalb vom ersten Tag an, die Schafherden ansprachen und tief berührten. Mit Psalm 23 in Gedanken war ich oft spazieren. Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Es ist nicht leicht, entwurzelt zu werden und es kostet Kraft neue Weidegründe zu betreten.  

 

Heute ist der Sonntag des guten Hirten. Dazu passend, lese ich Ihnen nun den Predigttext aus 1.Petrus 5, 1-5.

 

Lesen

 

Soweit so gut.

 

Der 1. Petrusbrief ist einige Jahrzehnte nach dem Tod des Jüngers Petrus unter seinem Namen geschrieben worden. Das war damals normal, verlieh den Worten Gewicht und Bedeutung. Wir bleiben hier beim Namen Petrus.

 

Petrus ist wohl ein Mensch gewesen, der in seinem Volk, dem jüdischen verwurzelt war und an Jesus Christus glaubte. Damals war ganz selbstverständlich, was wir heute neu entdecken können. Petrus hat seinen Brief im Bezug, im Wahrheitsraum des Alten Testamentes geschrieben. Thora, Propheten, Psalmen, all das waren seine Bibel, die Heilige Schrift dieser neuen Jesus-Bewegung, der jungen Christenheit. Um Petrus zu verstehen, müssen wir mehr als das uns bekannte Neue Testament sprechen lassen. Zum Beispiel das Bild des guten Hirten.

 

Weidet die Herde Gottes. Diese Aufforderung finden wir gleich am Anfang unseres Textes. Gerichtet an die Ältesten, die Mitarbeiter, die Pfarrer und Priester, die mit mehr Verantwortung für eine Herde, eine Gemeinde.

 

Petrus meint mit dem Bild der Hirten und ihrer Herde folgerichtig die Gemeinde der Menschen, die von sich sagen: Wir sind mit diesem Jesus von Nazareth, wir glauben an ihn und können bezeugen, dass wir das Wunder seiner Auferstehung stets neu erleben und spüren. Wir sind Schafe seiner Herde.

 

Das wunderbare Bild des Hirten und seiner Herde ist uralt und erschließt uns einen Reichtum an Gedanken.

 

 Schafe und Lämmer sind die am häufigsten vorkommenden Tiere der Bibel. Abraham, Isaak, Jakob, Josef, Mose, David- das waren alles Hirten. Als Josef seinen Vater und seine Brüder nach Ägypten holt, stellen sie sich dem Pharao mit den Worten vor: Deine Knechte sind Viehhirten, wie unsere Väter.

 

Der Beruf des Viehhirten, er bereitet wohl tatsächlich auf den Beruf des Politikers vor. Jakob, Mose und David wurden Führer des Volkes Israels. Das Bild des guten Hirtens ist beliebt, weil sich jedes Volk nach guten Politikern und Führern sehnt und es interessant wäre, könnte man die zur Vorbereitung auf ihr Amt, für ein paar Monate zu Schäferinnen und Schäfern machen. Wie könnten sie besser lernen, was es heißt, aus der Tiefe des Daseins heraus zu hüten und bewahren?

 

Gott ist der gute Hirte. Die Psalmen reden ihn so an. Im Neuen Testament ist es auch der Sohn Gottes. Jesus. Matthäus stellt ihn in eine Reihe mit Abraham und David, als Sohn von Hirten und Anführern. Und für Petrus ist Jesus der Erzhirte, das Vorbild der anderen Vorbilder.

 

Wer mit einem Schäfer spricht, und es ist bezeichnend für unsere immer orientierungsloser werdende Zeit, dass der Beruf vom Aussterben bedroht ist, bekommt Respekt vor diesem Beruf. Eine Herde kann mehrere Hundert Tiere umfassen. Sie sollen am Leben bleiben und sich vermehren. Sie brauchen frisches Wasser und saftige Weiden. Extreme Hitze und Kälte schaden ihnen. Sie brauchen ein Haupt, dass sie zusammenhält, wenn Gefahr droht. Panik ist gefährlich.

 

Ein Schäfer sagt: Ich kenne meine Tiere. Sie haben Namen. Sie kennen meine Stimme.                                                              Mein Tonfall ist in ihr Gedächtnis eingegraben. Tiere sind nicht so dumm, wie wir leider oft denken.

 

Wer seine Tiere nicht liebt, ist wohl kein guter Schäfer, denn Schäfer sein ist anstrengend von Grund auf, verlangt große Opfer.

 

Mit einer Herde unterwegs zu sein, lehrt Verantwortung und auch, auf sein Gefühl, sein Urteil zu vertrauen. Man muss herausfinden, was gut und schlecht, falsch und richtig ist. Als Teil der Natur lernt man demütig zu sein. Oder ist es Ihnen als Mensch schon mal gelungen, ein drohendes Unwetter mit den Händen zu vertreiben?

 

Die Herde braucht sein Mitgefühl. Auf das hinkende Muttertier muss Rücksicht genommen, die unerfahrenen Lämmer im Auge behalten werden. Arbeit auf den Weiden dieser Erde ist eine tiefgehende Lebensschule. Die Thora nennt Mose den bescheidensten aller Menschen. Mose hat als Hirte die Demut gelernt, von der Petrus in unserem Text schreibt.

 

Und nicht zu vergessen: Ein Hirte braucht Land, Weidegründe. Meist fremdes Land. Ein Hirte ist ein Fremder, ein Wanderer, ein Nomade. Unstet und ungesichert. Seine Sorge gilt dem Überleben der Herde. So machen alle großen Menschen der Bibel die Erfahrung, Fremdlinge zu sein.

 

Sie sind auf dem Weg. Darauf angewiesen, dass man ihnen mit Recht und Gerechtigkeit begegnet. Hirten sind nicht nur Führer, sondern auch Tröster, das Licht des Volkes, Vorbild. Ach, wie wäre es gut, könnte man davon mehr spüren, wenn man mit den Politikern des Jahres 2018 zu tun hat.              Man fühlt sich doch oft so zerstreut, allein mit schweren Gedanken, fragend, wo der Weg ist.

 

Zurück zum Petrusbrief. Die Zeit, in der er seine Empfänger erreicht ist eine schlimme Zeit. Das Römische Reich ist auf dem Gipfel der Macht. Die unterworfenen Völker werden mit Gewalt unterdrückt. Verdächtig ist, wer an den Gott Israels glaubt und nach seinen Geboten lebt. Verdächtig, wer Jesus nachfolgt, die Taufe empfangen hat. Die Römer nennen sie, um sie von den Juden zu unterscheiden: Christianer.

 

In unserem Brief finden wir die einzige Stelle in der Bibel, an der daraus die Selbstbezeichnung Christ wird.

 

Ein neues Wort. Ein Schimpfwort. Ganz, ganz langsam entwickelt sich daraus ein Selbstverständnis der jungen Christengemeinden, das die Menschen sagen lässt:

 

Wir erleiden Spott und Beschimpfungen, Ausgrenzungen um Jesu Christi willen.

 

Und dafür brauchen sie Hirten in der Tradition eines Mose, dem in 2. Mose 18 gesagt wurde: Sieh dich unter dem ganzen Volk um nach redlichen, gottesfürchtigen Leuten. Nach Wahrhaftigen, solchen, die den lebendigen Gott fürchten, denen ungerechter Gewinn ein Gräuel ist.  Die setze ein als Obere.

 

Im Alten wie nun im Neuen Testament sollen die dem Volk, der Herde klar sagen:

 

Halt dem Druck stand! Vergeltet Böses mit Gutem! Handelt mit Liebe! Lasst euch nicht verführen!

 

Darum erinnert sie Petrus: Ich bin ein Zeuge der Leiden Christi. Ich kann verstehen, wie es euch geht. Aber es hilft alles nix, ich hätte hier ein paar Ermahnungen:

 

Weidet die Herde, die euch anbefohlen ist, nicht gezwungen, sondern freiwillig, aus Liebe, wie es Gott gefällt.

 

Weidet sie nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund. Vom Grund eurer Seelen aus. Echt, ehrlich, rein.

 

Weidet eure Herde nicht wie Herrscher, sondern wie gute Eltern. Lebt es vor.

 

Da lassen sich aus den Anweisungen für Mose ethische Maßstäbe ableiten. Wahrhaftig, gottesfürchtig, unbestechlich. Petrus spricht es aus: Nicht so! Aber dafür so. Rom will alle Welt unterwerfen. So soll es bei euch nicht sein. Wer führt und leitet, tue das aus Herzensgrund.

 

Die Liebe wird siegen über den Hass.

 

Wie das jüdische Volk, wartet unsere Kirche darauf, dass Gott sein Reich vollendet. Wir sind in der Hoffnung verbunden. Den mächtigen Römern war es schwer verdächtig, dass diese von ihnen unterdrückten Juden nicht einfach auf bessere Zeiten warteten, sondern einer besseren Welt entgegenarbeiten wollten. Schon diese Welt sollte eine bessere werden, oder wie ist es mit dem bekannt-geliebten Spruch? Wenn morgen die Welt untergingen, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

 

So geht es. Hier und heute. In einer Zeit, in der wir uns verwundert die Augen reiben, angesichts dessen,                 was wir nicht mehr hören und sehen möchten. Nicht mehr verstehen und ertragen wollen. In einer Zeit, in der es nur noch um Kommerz und Gewinn zu gehen und darum den anderen zu übertrumpfen und besser zu sein. Dabei sind wir bei Licht betrachtet, doch immer einfach die Schafe seiner Weide.

 

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. Was ist unter dem altmodischen Wort Hochmut zu verstehen? Ich habe nachgelesen:

 

Unter Hochmut, lateinisch, superbia) versteht man seit der frühen Neuzeit die Erscheinung, das Auftreten von Personen, die ihren eigenen Wert, ihren Rang oder ihre Fähigkeiten unrealistisch hoch einschätzen.

 

 Ein Verhalten, das von Hochmut zeugt, ist das Angeben, Prahlen, Großtun und Wichtigtun. Der Gegensatz zum Hochmut ist die Demut.

 

Den Demütigen gibt er Gnade.

 

Würde es nicht auch den Hochmütigen in ihrer Selbstüberschätzung echt schwer fallen diese wunderbaren Worte des 23. Psalms nachzusprechen:

 

Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

 

Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße, um seines Namens Willens.

 

Wer glaubt, es selbst am allerbesten zu können, sich selbst seine Herde und seine Weide suchen will, wäre der im Notfall ein guter Hirte? Könnte der vertrauend nachsprechen:

 

„Denn du bist bei mir.“

 

Brächte er die Demut auf, ganz gelassen loszulassen, um nachzusprechen?

 

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

 

Liebe Gemeinde!

 

Ich habe Ihnen zu Beginn von unserem Umzug auf das Härtsfeld erzählt. Wir sind nun 12 Jahre hier, aus Kindern sind junge Erwachsene geworden, auf dem Sprung ins Berufsleben, ins eigene Leben. Wenn ich sie sehe, an sie denke, geht mein Herz auf, empfinde ich es als unfassbare Gnade, ihnen Mutter, Hirtin sein zu dürfen, so lange ich lebe.

 

Es bedurfte vieler Spaziergänge und Gebete, um nicht zu verzweifeln, den Mut und die Hoffnung nicht zu verlieren, um durchzuhalten und weiterzugehen. Denn auch in der Herde von Gottes Schafen gibt es Wölfe, die eben ihren eigenen vermeintlichen Vorteil im Blick haben, die in die Falle des Hochmuts gehen mit ihren Leben.

 

Aber wir sind nicht allein, es gibt immer Mitmenschen, Mitglieder der großen Herde von Gottes Schafen, die mit tröstenden Worten beistehen, wie Adel Tawil, ein Lied schreiben, dessen Refrain ich Ihnen zum Abschluss vorlesen will:

 

 

 

Da ist jemand, der dein Herz versteht
Und der mit dir bis ans Ende geht
Wenn du selber nicht mehr an dich glaubst
Dann ist da jemand, ist da jemand!
Der dir den Schatten von der Seele nimmt
Und dich sicher nach Hause bringt
Immer wenn du es am meisten brauchst
Dann ist da jemand, ist da jemand!

 


Da ist jemand, der dein Herz versteht.

 

Adel Tawil

 

 

 

Der Herr ist dein Hirte. Dir wird nichts mangeln.

 

Amen.

 

 

 

Du bist der Weg, 619, 1-4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gespräch mit Gott

  

Du und ich

 Auf einem einsamen Waldweg

 Im Blick in Kinderaugen

 Beim Kuss von Marienkäfern

 

 

Du und ich

 Hand in Hand in der Nacht

 Im Hören auf das Meer

 Zum Schweigen der Zeit

 

Du und ich                                                                           Untrennbar für immer und wirklich ewig

  

Ist es nicht ein Segen?

 

 

 

März 2018

 

Cornelia Elke Schray

 

Und am 2. August 2018 darf ich wieder mit dem Flugzeug nach Finnland.

 

Was sagst du, mein Engel?

 

 

 

Auch in diesen neuen Falten

 

mitten auf der Stirn,

 

lacht im Grunde

 

nur das Leben

 

die Zeit aus?

 

 

 

Weil es mehr weiß.

 

Weil es tiefer sieht.

 

Weil es versteht.

 

 

 

Gut zu wissen.

 

 

 

 

 

März 2018

 

Cornelia Elke Schray

 

 

KOSTPROBE VON DER KANZEL

 

Predigt 18. März 2018

 

Judika

 

Ochsenberg/Zang

 

 

 

4. Mose 21, 4-9

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

 

 

wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt. Sagte Artur Schopenhauer. Es stand als Wort des Tages am 7. März in der Heidenheimer Zeitung.  Ich denke, er hat recht. Doch hören wir auf den Predigttext für den heutigen Sonntag Judika aus 4. Mose 21.

 

 

 

Lesen

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

eine eigenartige, eine merkwürdige Geschichte, die würdig ist, bedacht, ja bemerkt zu werden. Auch oder gerade, weil sie mit einem gewohnten, auch so vertrauten Trott, mit der schier ewigen Wiederkehr des Gleichen beginnt:

 

Diese Israeliten murren, motzen, nörgeln mal wieder herum auf ihrer Wanderung ins Gelobte Land. Sie nörgeln rum an Mose und an Gott. Heute schon genörgelt? Passt das Wetter? Und warum habe ich jetzt mein Handy  verlegt, tut mir mein Knie weh, hat der Kater mit dem Autoschlüssel gespielt und er liegt nun unterm Sofa?

 

Die Israeliten sind verdrossen. Wir sind sehr schnell verdrossen. Unser Volk der Dichter und Denker ist ein Volk der Meckerer und Beschwerer. Olen tarpeeks täydellinen, schreibt mir meine finnische Freundin auf WhatsApp. Ich bin vollkommen zufrieden…. Das gibt es also auch. Das ist eine gute Sache. Aber sonst? Wie ging es dem Anführer, dem großen Mose? Ich glaube, er hatte irgendwann, wie ein Vater mit einer Herde Kinder auf der Rückbank, denen die Apfelschnitze nicht schmecken und die nach Gummibärchen schreien, echt genug.

 

Irgendwo im Nirgendwo der Wüste haben die Israeliten genug vom Manna, von der Speise, die ihnen schon so oft das Leben gerettet hat, in der lebensfeindlichen Umgebung.

 

Vielleicht geht es Raumfahrern im Weltall so ähnlich. Diese Astronautennahrung rettet ihnen das Leben, aber sie ist trostlos.

 

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.

 

Miese Laune, Trostlosigkeit ist keine gute Bedingung, um sich aufzuraffen und weiterzumachen, immer wieder neu. Mein Gott, wie mühsam. Jeden Morgen neu. Skorpione, Sand, stinkende Mitwanderer, Sonne, überall Sonne. Wer nörgelt tut das, weil er Mensch ist, aber ob das weiterhilft ist noch die Frage. „Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Dichtet Georg Neumark im dem wunderbaren Choral, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ Und weiter: „Wir machen unser Kreuz und Leid, nur größer durch die Traurigkeit.“ Das ist gut. Das ist seelsorgerlich. Das ist Weisheit und Wahrheit, die durch die Zeiten tragen. Legen Sie das Gesangbuch in die Küche, mitten hinein in den grauen Trott des Alltags. Unsere Skorpione heißen vielleicht Bandscheibenvorfall oder Herzschwäche. Die Antwort ist freilich immer die Gleiche. Der Herr hat dein Wandern durch diese Wüste auf sein Herz genommen.

 

Und wer wandert, hat Zeit zum Nachdenken, Nachspüren, Zeit, sich selbst zu hinterfragen. Das kann wunderbar sein auf Spaziergängen durch die wunderbare Natur, allein oder mit lieben Menschen, wenn man ein Zuhause kennt, in das man müde zurückkommen kann. Aber Wüste, überall Wüste? Und wer lange unterwegs ist, wie die Israeliten, wer so vor sich hin trottet, kommt mit seinen Schattenseiten in Berührung: Angst, Neid, Resignation, Zynismus. Innere Lähmung, Enge. Die Frage taucht auf, warum er so ist und nicht anders. Er stößt sich, an den Ruinen seiner Vergangenheit.  Er denkt an das, was ihm fehlt, nicht an das, was er hat, geschafft und überwunden hat. Dabei ist der Blick zum Himmel doch so leicht verfügbar. Einfach den Kopf heben.

 

Kann es sein, dass der Alltag so nervt, weil man zwar funktioniert und funktioniert, notfalls mit Tabletten, aber einfach nicht vom Fleck kommt, weil es da Altlasten gibt, die die Seele daran hindern, aufzubrechen, aufzuleuchten, das Zerschlissene abzuschütteln? Psychologen sprechen vom vertrautem Elend, das ein Elend ist, aber halt eingewohnt und vertraut. Man möchte den Israeliten zurufen:

 

Ihr habt die Knechtschaft überwunden! Ihr seid frei! Das Manna ist der Preis der Freiheit…

 

Und wir müssen wohl manchmal erst der vollen Wahrheit des eigenen Lebens ins Gesicht sehen, die Narben betrachten, leben, was Jesus feststellte: Die Wahrheit wird euch frei machen. Und daran kann man die Wahrheit ja auch erkennen.

 

Frei werden, aufbrechen. Das sehen, was wir haben und nicht das, was uns gerade fehlt. Man muss es zumindest versuchen, auch wenn es hart ist. Man muss dabei, das Risiko weiterer Durststrecken auf sich nehmen, halt eine zeitlang doch Manna essen, Durst leiden. Schließlich sind wir doch zur Freiheit berufen…. Oder nicht?

 

 

 

Und nun Schlangen! Überall Schlangen. Im Heimatort meines Mannes gibt es Kreuzottern in den Weinbergen. Die sind giftig, nicht nur harmlos. Das flößt schon mehr Respekt ein, als eine Ringelnatter. Von feurigen Schlangen spricht unser Predigttext. Wer in seinem Trott durch die Wüste gebissen wird, der stirbt. Das Spiel ist aus. Das war es für sie. Wie bei Menschen, die ohne Vorwarnung verlassen, gefangengenommen, getötet werden. Und wirkt nicht auch das Schlangengift des Sich-selbst-aufgebens tödlich?

 

 

 

Wenn die Schlangen beißen, ist man selten allein schuld daran. Es gibt auch Schlangen, die von außen kommen, nicht aus den Tiefen der Seele. Beißen die, die man mit seinem Verhalten selbst genährt hat, kann es vielleicht noch Rettung geben.

 

 

 

„Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung“ – wie habe ich diesen Spruch als Kind verabscheut, er wurde mir so lieblos, so herzlos hingeworfen. „Erkenn dich doch erstmal selbst“, habe ich oft geantwortet. Der Spruch ist blöd. Aber halt auch blöd wahr. Der Blick in den Spiegel ist oft nicht lustig. Der Blick auf die eherne Schlange, die am Stab hängt, erst recht nicht. Da hat es Schlangen in der inneren Wüste. Freigelassen hat sie, so lesen wir, Gott selbst. Er hat sie gesandt. Moment, Schlangen als Boten? Boten dabei denken wir doch an Engel?

 

 

 

Boten, in Schlangenhaut oder mit Engelsflügeln, können ein Leben verändern, die Not zum Guten wenden. Auch wenn sie dafür beißen müssen.

 

 

 

Wie war das z.B. bei Elia? Er hat wie im Rausch, angeblich im Auftrag Gottes seine Feinde niedermetzeln lassen, um sich dann depressiv hinzulegen. Der Prophet, der an sich selbst zerbrechen will, gar nicht weit weg vom Berg Horeb, wo unsere Schlangengeschichte spielt. Elia will sterben.

 

Und dann kommt ein Engel, sagt: Iss mal was Junge. Hier sind Wasser und Brot, du kannst dein Selbstmitleid und Genörgel sowas von vergessen. Du kannst auf das sehen, was du hast. Hier ist dein neuer Auftrag.

 

Elia geht verändert los.

 

 

 

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Im Angesicht Gottes, wenn die Schlangen ganz nahekommen, kommt man ja eh nicht mehr darum herum. Dann blickt man in den eigenen Abgrund. Was dort wohl zu finden ist? Die Israeliten stellen fest:

 

„Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn geredet haben.“

 

Genau. Gegen den Herrn, der sie aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hat. Und Freiheit ist niemals grenzenlos. Wir sind noch nicht im Himmel, wir leben auf einer gefallenen Erde. Mit echten Schlangen, verschlagenen Feinden, übler Nachrede, Irrwegen, Stumpfsinn. Man darf sich in dieser Freiheit sogar selbst unglücklich machen und schauen Sie sich nur mal um, mit wieviel Geschick das viele Menschen schaffen.

 

Freiheit ist gefährlich. Deshalb sehnen sich die Israeliten zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Dabei waren die nie so voll und lecker, wie die mannageschädigten Gehirne das nun glauben. Aber es gab halt kein Manna und keine Schlangen. Anstatt Freiheit Zwang und für die freie Meinungsäußerung Folter oder Tod.

 

Wer braucht denn bitte Freiheit, wenn es in der Diktatur wenigstens schön warm ist? Man nicht mal selbst denken muss?

 

Die Populisten unserer Zeit kommen mir in den Sinn. Sie rufen Lügenpresse und Merkel muss weg, und wer zu bequem ist, zu denken, ruft es nach. Freiheit ist anstrengend. In der Herde mitlaufen ist schön. Aber Gott hat zum Glück einen Spiegel dabei und lässt uns ab und zu mal hineinsehen.

 

Zur Freiheit hat uns Christus berufen. Finden wir in Galater 5.

 

Und dabei sieht man dann im Spiegel, die Schlangen unseres Lebens.

 

Selbsterkenntnis ist bitter. Gott nimmt die Israeliten, nimmt uns ernst. Vielleicht ist das Gericht Gottes der Zwang zur endgültigen Selbsterkenntnis.

 

Wohl dem, der beten kann, wenn die Schlangen kommen. Oder wer einen Fürsprecher hat, der das für ihn tut, wie Mose es tat. Für-jemanden-bittend. So ein Gebet bringt beides vor Gott zur Sprache:

 

Die eigenen Abgründe. Und die drängende Hoffnung.

 

Du allein Gott, du kannst mir helfen. Erbarme dich!

 

 

 

In den inneren und äußeren Wüsten dieser Welt hört Gott das verzweifelte Gebet. Und Gott hilft wirklich. Doch der Weg dahin ist steinig und schwer. Der Schlangenbiss der Wahrheit. Die Bitte. Die eherne Schlange. Ich muss sie ansehen, mich meinen Abgründen stellen. Oder ich sterbe. Wahrheit oder Tod, seelischen Tod.

 

 

 

Schlangen? Sie sind übrigens nicht nur tödlich. Aus ihrem Gift ist das Gegengift herzustellen. Aus ihren Giften gewinnen Menschen Medikamente.

 

„Wenn jemand die Schlange biss, so sah er die eherne Schlange und blieb leben.“

 

Leben. Anders als zuvor. Gerettet auf Hoffnung. Immer noch Wüste, Manna, Hitze. Doch ist da hinten nicht eine Oase?

 

Etwas Grünes? Das gelobte Land? Eine schmerzfreie Nacht? Ein guter Befund? Das Land, in dem Milch und Honig fließen. Das Land, wo die Israeliten in Freiheit und wir in der Freiheit der Kinder Gottes leben dürfen? Wo jeder, wie Dorothee Sölle sagt, das Recht hat, ein anderer zu werden.

 

 

 

Der Sonntag Judika ist ein Schlangentag. Bitter. Grausam. Aber heilsam.

 

Noch zwölf Tage bis Karfreitag. Gegen das Kreuz gibt es kein Gegengift mehr. Die Jünger fliehen. Ein paar Frauen bleiben.

 

Jesus stirbt.

 

Doch das Licht des Ostermorgens, das immer neu, jeden Tag in uns anbrechen kann, kommt.

 

In diesem Licht weichen die Schlangen. Die Wüste beginnt zu blühen.

 

 

 

Und wir haben das Recht, die Gnade, andere Menschen zu werden.

 

Amen.

 

Cornelia Elke Schray, nach einer Vorlage aus den Pastoralblätter März 2018

 

 

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten, 369

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du

 

 

 

Du bist stark,

 

weil du alle Blumen

 

mit Namen ansprichst.

 

 

 

Du bist gut,

 

weil du in der Not Sterne

 

selbst malen kannst.

 

 

 

Du bist wertvoll,

 

weil du im Klitzekleinen kämpfst

 

für ein besseres Morgen.

 

 

 

Du bist du.

 

In dir atmet die Ewigkeit.

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

 

 

 

Nacht der Weissagung

 

 

 

Glanz über alle Himmel hin,

 

Herzenstüren nicht mehr verschlossen,

 

tief in den Augen, ein Verstehen.

 

 

 

Frieden endlich für die Welt,

 

Brot des Lebens in der Gottesgeburt,

 

müde Hände umfassen ein Licht.

 

 

 

Nacht der Weissagung,

 

und wir folgen dem Stern,

 

der uns einst in die Wiege gelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 Cornelia Elke Schray

 Dezember 2017

 

 

 

 

 

Pentolina, Siena, Volterra, Marina di Alberese, Rosia, Monte Amiata, Chiusdino - das sind für mich nicht nur Namen auf einer Landkarte. Dahinter stehen Tage glücklichen Lebens, Lachens und SichneuindieWeltverliebens. 

Wenn es in Finnland kalt und dunkel ist, fahren wir über den Brenner... und ich versuche aus den zwei Jahren Italienisch-Kurs das Beste rauszuholen und ein wenig  zu reden in der Sprache dieses von Licht und Glück gesegneten Landes. Bella Italia!!! Arrivederci...

 

Meine Wünsche für dich

 

 dass du

 

dann und wann aus dem Haus 

deiner Not treten kannst 

und dir wieder Kraft zuwächst

um nach dem Regenbogen zu greifen

 

wünsche ich dir 

dass du 

die Flügel des Hoffnungsengels 

zu fassen bekommst 

und er dir zeigen kann wie man 

aus tiefschwarzem Staub aufsteht 

wünsche ich dir

 

dass du umarmt und getröstet bist

vom Heil des Himmels

wünsche ich dir von Herzen

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

September 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimat, endlich gefunden

 

 

 

die Straße des Sonnenaufgangs

 

auf der verschlafenen Bettdecke kennen

 

 

 

um die guten Gesichter

 

beim Brötchenholen wissen

 

 

 

verliebend gerne zum 267. Mal

 

den vertrauten Wald genießen

 

 

 

den eigenen Dachziegeln im Sturm

 

wieder eine gute Nacht wünschen

 

 

 

immer wieder laut lachend nachsehen

 

wie die Wurzeln gewachsen sind

 

 

 

der Katze ganz und gar glauben

 

dass sie doch nach Hause findet

 

 

 

wie ich

 

nach langer Irrfahrt

 

 

 

ist es zu fassen?

 

 

 

 

 

Cornelia Elke Schray

 

August 2017

 

 

 

24.05.2017

 

Ist es nicht herrlich gerade in der Natur? Für alle Geburtstagskinder, die wie ich in dieser wunderbaren Jahreszeit geboren wurden, aber auch für alle anderen ein Segenswunsch:

 

 

Du bist geliebt

 
 

Sei gesegnet
vom Kuss der Sonnenstrahlen
und den Geschichten des Regens

  

                                                                                                                       Sei berührt
                                                                                                                           von den Umarmungen des Waldes
                                                                                                                               und dem Lied der Blumenwiesen

 

 

                                                                                                                              Sei begleitet
                                                                                                                              von dem, der dir deinen Atem gab
                                                                                                                              damit du singen kannst

 

 

                                                                                                                              Sei gesegnet
                                                                                                                              du bist geliebt

 

 

 

                                                                                                                              Cornelia Elke Schray

 

 

 

Leseprobe (Im Einklang mit der Stille- Seerosen-Momente mit Bildern von Claude Monet

Seerosentag

 

 

 

Ein stiller Nachmittag auf dem See. Eigentlich ist es eine Bucht. Aber im hohen Norden, in Finnland, da ist alles ein wenig anders. Größer und stiller. Weiter und erhabener. Mit dem Ruderboot, weil das so wohltuend ruhig ist und keinen Lärm macht, bin ich allein rausgefahren. In einem sanften Rhythmus tauchen die Paddel in die spiegelglatte Wasserfläche ein. Dazwischen, einatmen, ausatmen, vor mir springt ein kleiner Fisch aus dem Wasser. Die Wellen kräuseln sich zu einem unscheinbaren Lufthauch. Ich höre mein Herz schlagen. Zuhause ist es dafür zu laut. Hier nicht. Nicht nachzudenken oder nachzudenken, beides klappt leicht, fast auf Wunsch. Drüben am Ufer leuchtet etwas zartrosa. Ich rudere vorsichtig hin. Ein unfassbares Meer aus Seerosen begrüßt mich. Wie Sterne am Himmel schweben ihre Blütengesichter auf dem See. Sie blühen. Sie blühen einfach. Was für ein Geschenk.

 

Der Tag, dieses einzigartige Stück Ewigkeit wird zu einem Seerosentag. Mit weit geöffneten Blütenaugen darf ich, wie diese wilden Wunder,  in den sonnigen Himmel sehen, ja es scheint,  noch weiter hinaus ins Überall. Dankbar und voll inneren Friedens kehre ich zurück.

 

 

 

Cornelia Elke Schray      Schönen Feiertag!!!

 

 

 

Tübingen..... Begegnungen, Gespräche, Bücher, Bücher, Bücher..... summer in the city ....

olen onnellinen   

27. Mai 17

lass dich fallen

 

 

 

lass dich fallen

 

in den segen des himmels

 

lass dich bergen

 

von den armen der hoffnung

 

lass dich tragen

 

vom  aufwind der liebe

 

 

 

brich auf ins gelobte land

 

in dem die milch des friedens

 

und der honig der stille

 

fließen

 

 

 

der dich schuf

 

ist dir nah

 

 

 

mai  2017

 

cornelia elke schray

 

(alle rechte bei mir)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Helsinki

 

 

 

Licht ist ihr Kleid

 

und Freiheit

 

mehr als ein Lied

 

 

 

                                                                          das Gewölbe des Himmels

 

                                                                          hier ist es

 

 

 

                                                                            zu Hause

 

 

 

                                                                            Cornelia Elke Schray

 

                                                                              Juni 2017

 

Kusstag

 

 

 

heute küsse ich mal

 

meine Blumen im Garten

 

 

 

kommt her  ihr  Margeriten

 

Abbilder der Sonnenstrahlen

 

lasst euch  lieben  Stiefmütterchen

 

woanders habt  ihr  einen besseren Namen 

 

und du Rittersporn himmelsblau

 

stark träumst du vom Glück

 

wie die Ringelblumen

 

und die   Pfingstrosen

 

                                                                                              meine  Küsse  dauern  gefühlte Stunden

 

 

 

                                                                                              am Ende sind

 

                                                                                              meine Lippen honigzart

 

                                                                                              und mein Leben süß

 

                                                                                              und das ist  erst

 

 

 

                                                                                              der Anfang….

 

 

 

 

 

 

 

Juni 2017

 

copyright. Cornelia Elke Schray

 

Brenzpark OpenAir Silbermond on Tour.... Juni 2017

 

.....wenn das Leben Sternschnuppen zaubert

 

Danke an die Heidenheimer Zeitung -  NOISE für das tolle Bild.... hier gibt es viel mehr als Schafe und Wacholderheiden ;)

Neu beim Verlag am Eschbach, Texte für jeden Tag, mit ca. 30 Texten auch von mir:

 

Urlaubsreif

Fast alles zu Ende gedacht
geschäftige Pläne zur
Neige gelebt
geackert gepflügt
stets mit dem Kopf an der Wand
und das ganz ohne
die Flügel eines Engels
lebensleer müde
doch nun
gib mir
 nur eine Handbreit Strand

und einen Krug Meer                                                      
 so wird meine Seele hell

                                                        Cornelia Elke Schray

Bild könnte enthalten: Blume, Pflanze, Natur und im Freien

Heute am 18.07. 17  zum Abdruck freigegeben für "Yoga kennt kein Alter"

 

Finde dich

 

 

 

Langsam hinein dehnen

 

in diesen Morgen, der ein Tag werden will.

 

Spüren, wo es Ängste, Widerstände,

 

alte Gebrechen und Enge gibt.

 

Achtsam ausdehnen,

 

was klein ist, aber nicht bleiben will.

 

 

 

 Immer mehr durchatmen,

 

                                                                                   hin zu einer Freiheit,

 

                                                                                   zu der dich

 

 

 

                                                                                  der Himmel berufen hat.

 

 

 

                                                                                  Cornelia Elke Schray